Landesprüfung zum 1. und 2. Kyu

Am ersten Juliwochenende fand in der PSV Halle in Saarbrücken die Landesprüfung für den ersten und zweiten Kyu im Ju-Jutsu statt. Zwölf Sportlerinnen und Sportler aus vier saarländischen Vereinen, darunter alleine sechs vom PSV Saarbrücken, stellten sich den kritischen Blicken der beiden Prüfer Ingo Lay und Jochen Frey.

Aufgrund der großen Teilnehmerzahl bei nur einer Prüfungskommission zog sich die Prüfung bis in den frühen Nachmittag. Dabei wurde nicht nur auf der Matte gekämpft, sondern auch am Prüfertisch und zwar mit den sehr unterschiedlich gestalteten Programmen der Prüflinge. Manche hatten zuerst die Angriffe notiert, andere die geforderten Techniken, einige hatten die Angriffe ganz weggelassen oder die ganze Kombination samt Folgetechniken notiert und einer das Ganze auch noch auf Japanisch. Dies führte gelegentlich zu Verwirrung und manch einer musste auch schon mal versehentlich Teile des Programms eines Kollegen zeigen und wenn er das gut machte, ging das auch in Ordnung. Prüfer und Prüflinge nahmen es gelassen und mit Humor und Höflichkeit (Prüfling: „Ich kann das noch mal zeigen, falls es gewünscht wird.“ Prüfer: „ Es wird nicht gewünscht“) Dennoch wäre zukünftig eine einheitliche Programmgestaltung sicherlich wünschenswert.

Außer dieser Formalie gab es für die Prüfer, die im Interesse ihrer eigenen Sicherheit die langen Jungs schon mal aufforderten in größerer Entfernung vom Tisch zu agieren, nicht viel zu kritisieren. Gelegentlich forderte Prüfer Ingo Lay mehr Voraussicht und Bereitwilligkeit bei den Partnerwechseln und mit schriftlich nicht darstellbaren, lautmalerischen Äußerungen mehr Dynamik bei den Angriffen, weil Techniken nur dann auch funktionieren und gut aussehen könnten.

Stimmlichen Einsatz zeigte nicht nur der Prüfungsreferent, auch die Prüflinge verliehen ihren Aktionen lautstarken Nachdruck. Von Ninjakämpfern keine Spur.

Das gehobene Durchschnittsalter der Gruppe, jeder Zweite war über vierzig und nur drei unter dreißig, war allenfalls den Unterlagen, nicht aber den gezeigten Techniken anzusehen. Alle waren sehr konzentriert und engagiert bei der Sache und leichte Ermüdungserscheinungen gegen Ende, die sich vor allem in der Logistik von Weiterführungen zeigten, gab es auch bei den jüngeren Teilnehmern wie in allen Prüfungen. Dennoch ging es auch bei den Freien Anwendungsformen noch recht lebhaft zu. Die Blaugurtanwärter verbissen sich noch einmal richtig in den Bodenkampf und einigen Aspiranten auf den ersten Kyu war bei den Atemikombinationen deutlich die Wettkampferfahrung anzumerken.

Die beiden Prüfer mussten sich nicht allzu lange beraten, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass alle Prüfungsteilnehmer bestanden hatten. Sie zeigten sich mit den gezeigten Leistungen durchweg zufrieden. Ingo Lay lobte besonders die Einstellung eines Teilnehmers, für den es der zweite Anlauf zum Blaugurt gewesen war, weil dieser nach dem gescheiterten ersten Versuch im vergangenen Jahr nicht aufgesteckt, sondern zielstrebig weitertrainiert und sich deutlich verbessert habe.

Die Prüfung zum 2. Kyu haben bestanden:

Christoph Hitzelberger und Andreas Schell ( JC Ford SLS ), Uwe Comtess ( JC Malstatt ), Christine Steimer, Vladimir Vinogradov und Markus Weydmann ( PSV Saarbrücken ) und Nadja Marschall ( JJ WND ).

Die Prüfung zum 1. Kyu haben bestanden:

Ralph Dornis, Stephanie Karrenbauer und Renata Ciszczon ( PSV Saarbrücken) und Melanie Leidinger und Philipp Leidinger ( JJ WND).

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